Die Konzeption der Holzkirche
|
KINDER- UND JUGENDHAUS HOLZKIRCHE H O L Z K I R C H E e.V. |
KONZEPTION
1. Ort und Umfeldbeschreibung
Die HOLZKIRCHE befindet sich an der Schnittstelle
des gutbürgerlichen Teils von
Lichterfelde Süd-Ost und der Siedlung Woltmannweg ( ehem. Kleinraumsiedlung
"Mau-Mau"), an die sich das randstädtische Hochhausviertel "Thermometersiedlung"
anschließt und das Gebiet um die Osdorferstraße bildet.
Seit dem Bau der HOLZKIRCHE im Jahre 1956 hat die ev. Petrusgemeinde an diesem Standort Kinder- und Jugendarbeit und später auch Gemeinwesenarbeit angeboten. Sie verpflichtete sich, auch über die abgeschlossene Gebietssanierung hinaus, im Interesse der Anwohner pädagogisch tätig zu sein.
1984 - 86 wurde das Haus aus Lottomitteln sogar erweitert
und modernisiert.
Die Angebote für Kinder und Jugendliche fanden nun in mehreren unterschiedlichen
Räumen und zu unterschiedlichen Zeiten statt.
Im Jahre 1996 wurde dieser Erweiterungsbau durch eine
Brandstiftung schwer beschädigt.
Der Schaden an Saal, Foyer, Büro und Toiletten belief sich auf ca. 500
000.- DM.
Eine Versicherung war vorhanden und zahlte auch umgehend, doch durch die gleichzeitige
Situation sinkender Finanzmittel der ev. Kirche entbrannte ein heftiger Disput
über den Erhalt oder die Schließung dieses Hauses.
Erst im Jahr 1998 wurde letztendlich doch mit dem Wiederaufbau begonnen, nachdem sich eine Initiative aus Betroffenen und Interessierten dafür einsetzte. Diese Arbeiten wurden 1999 abgeschlossen und der oben genannte Verein beginnt seine Tätigkeit und führt somit die Tradition dieses Hauses unter neuer Trägerschaft fort.
Das freistehende Gebäude umfasst ca. 350 qm Nutzfläche und ca. 1500
qm Außenanlage.
Es verfügt nach der letzten Bauphase über drei Bereiche :
A) den "Multifunktionalen Bereich, mit einem Saal, offener Werkstatt, Foyer und Büro
B) den "Kinderbereich" im ersten Stock mit einem großen Raum, einem kleinen Raum, sowie Lagerraum und Küche
C) den "Jugendbereich" im Keller mit eigener Küche, Bandübungsraum und Aufenthaltsraum, Computer/ Medienraum.
Jeder Bereich ist unabhängig von den anderen nutzbar und jeweils durch
eigene Eingänge zu erreichen.
2. Trägerschaft
Für die Bewirtschaftung und die pädagogische Arbeit ist der HOLZKIRCHE
e.V., Verein für soziale Arbeit, Kinder- und Jugendarbeit verantwortlich,
der 1998 gegründet wurde, um als freier Träger Kinder- und Jugendarbeit
anzubieten und besonders in der HOLZKIRCHE stattfinden zu lassen.
Damit sollen auch in Zukunft bewährte und notwendige Angebote der Kinder-
und Jugendarbeit an diesem Standort garantiert werden. Ein zusätzliches
Ziel ist es, dabei neue Wege der sozialen Arbeit im Gemeinwesen zu erschließen.
Das Haus und Grundstück sind weiterhin im Besitz der
ev. Petrus-Giesensdorf Kirchengemeinde Lichterfelde.
Als Partner des Holzkirche e.V. sind besonders die oben erwähnte Kirchengemeinde,
der
ev. Jugendhilfeverein Steglitz und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf zu erwähnen.
Gesonderte Kooperationsverträge und Vereinbarungen mit anderen Trägern
regeln die jeweiligen Partnerschaften.
Der Verein ist an den relevanten regionalpolitischen Prozessen und Gremien beteiligt
3. Mitarbeiter/innen
In der HOLZKIRCHE ist ein TEAM von Mitarbeiter/innen
in unterschiedlichen Anstellungsformen und Qualifikationen damit beschäftigt,
die Ziele des Vereinszweckes umzusetzen. Grundlage ist es den vorhandenen Bedarf
des Einzugsgebietes regelmäßig zu überprüfen und dementsprechende
Angebote zu entwickeln. Eine regelmäßige monatliche Teamsitzung gibt
Raum, sich über die Arbeit und Probleme auszutauschen und gegebenenfalls
Einzelfälle zu diskutieren
Geleitet wird das Haus von einem Dipl. Sozialarbeiter / Sozialpädagogen.
Das Team besteht aus allen Mitarbeitern der Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit,
ausgehend von der HOLZKIRCHE, sowie den Beteiligten an der
direkten Arbeit des Vereins.
Eine Anleitung von Praktikanten, Einstellung von ABM Mitarbeitern und die Zusammenarbeit
mit Fachschulen und Fachhochschulen ergänzt die Arbeit und das Team.
4. Regeln, Ziele, Angebote und Methoden
In dem Kinder- und Jugendhaus HOLZKIRCHE und an allen anderen Orten, wo Angebote des HOLZKIRCHE e.V. stattfinden werden Drogen, Waffen, auch Kriegspielzeug und Kinderwaffen, sowie jegliche Gewalt, auch diskriminierendes Verhalten, nicht geduldet.
Innerhalb der geregelten Öffnungszeit gilt die gesamte Einrichtung
als "rauchfreie Zone".
Näheres regelt die Hausordnung. Diese Hausordnung ist mit den Einrichtungen
anderer Träger in der Region abgestimmt, somit gelten die gleichen Regeln
in jeder Einrichtung, individuelle Ergänzungen sind jedoch jederzeit möglich.
Die Mitarbeiter sind aufgefordert besonders auf die Einhaltung dieser wichtigen
Grundregeln zu achten. Dementsprechend oft werden diese Themen angesprochen
und diskutiert. Jede Person, egal welchen Alters und Herkunft, erhält die
Möglichkeit, die eigene Individualität zu entfalten und sich auszudrücken,
solange der jeweilig Andere als gleichberechtigt akzeptiert und respektiert
wird.
Für jeden Besucher gilt nur das "Wortrecht" nicht jedoch "das
Recht des körperlich Stärkeren".
Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn es keiner speziellen Gruppe, Clique,
Jugendbande, Jungen oder Mädchen, aber auch Erwachsenen gelingt zu dominieren
und ihre früher angelernten, teilweise negativen Verhaltensmuster auch
hier einzusetzen zu können.
Auszug aus der Satzung des Vereins HOLZKIRCHE:
§ 2 Vereinszweck
(1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige
Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der
Abgabenordnung in der jeweiligen Fassung.
(2) Zweck des Vereins ist die Förderung von außerschulischer
Bildung und Erziehung, Jugendhilfe und Jugendwohlfahrt.
Der Verein verfolgt seinen Satzungszweck insbesondere durch:
| · die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Offenen
Kinder- und Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhaus Holzkirche. · die finanzielle und organisatorische Unterstützung von Ferien- und Fahrtenangeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit des Kinder- und Jugendhauses Holzkirche. · die Kooperation mit Behörden, Verbänden, Vereinen und Kirchengemeinden, besonders mit der Ev. Petrus Kirchengemeinde und der Ev. Giesensdorf Kirchengemeinde. · Arbeit im Gemeinwesen, hauptsächlich im Gebiet Lichterfelde Süd - Ost. · die Beratung und Unterstützung seiner Mitglieder, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie der Besucher des Kinder- und Jugendhauses Holzkirche in gesellschaftsrelevanten Fragen, besonders der Jugendhilfe, Ethik und Religion. · die Teilnahme an gesellschaftlichen Diskussionsprozessen über Fragen der Kinder- und Jugendarbeit · Vermittlung von handwerklichen Grundkenntnissen unter Anleitung, um besonders Jugendliche mit sozialen Defiziten an den Arbeitsprozess heranzuführen und auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. · Kurse und Fortbildungsmaßnahmen für das Umfeld von Kindern und Jugendlichen. · Soziokulturelle Angebote. · Vermittlung von Umweltpädagogik und Angebote umweltpädagogischer Maßnahmen. · Öffentlichkeitsarbeit. |
Die Umsetzung von pädagogischen Zielen wird durch unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen entsprechend der Zielgruppe angestrebt.
Entsprechend unseres Vereinszweckes bieten wir regelmäßige, sowie einmalige Angebote, dabei werden kostengünstige und niedrigschwellige Angebote jederzeit bevorzugt.
Eine Aufzählung kann nicht abschließend sein und zeigt nur die Palette
der Möglichkeiten.
Genauere Beschreibungen erfolgen jeweils durch Aushänge, Faltblätter
oder in Veröffentlichungen.
| · "Offene Kinderarbeit" · "Offene Jugendarbeit" · Eltern-Kind-Gruppen · Kinder- und Jugendprojekte · Spezielle "Lückekinderprojekte" · Mädchenarbeit · Gruppenarbeit · Beratung · Umweltpädagogische Angebote und Projekte · Kurse / Seminare · Reisen / Exkursionen / Touren |
· Musik- / Bandraum · Holz-, Metall- Werkstatt · Fahrradwerkstatt · Elektroreparaturen · Computer / Medienraum |
| · Jobvermittlung/- Bewerbungstraining · Zivildienststelle · Praktikantenausbildung · Strafarbeit |
· Raumvermietung · Service- und Dienstleistungen · Ausleihservice · Feste / Veranstaltungen / Partys · Basare und Börsen · Informations- und Diskussionsabende · Kunst und Kulturangebote |
u.v.m.
5. Zielgruppen
Die Angebote des Hauses sind offen für Menschen unterschiedlicher Nationalität, Kultur, Religion und sozialer Herkunft. Wir wenden uns an Kinder und Jugendliche, Eltern und Ältere, Anwohner und andere Interessierte, wobei Fragen von / zu Kindern und Jugendlichen im Vordergrund stehen. Traditionsgemäß besuchen unsere Einrichtung viele Migrantenkinder und -Jugendliche mit schwierigem sozialen Hintergrund
Für unsere Werbung und Angebote ist das Kerngebiet in der Regel Lichterfelde
Süd-Ost, das Gebiet rund um die Osdorferstrasse Die Informationen zu größeren
Veranstaltungen und Seminaren gelten auch über die Region hinaus.
Durch unsere Kooperationspartner und die vorhandene Vernetzung werden unsere
Ziele weitergetragen, ohne selbst überall präsent sein zu müssen.
Die Angebote für Erwachsene, besonders für junge Erwachsene mit Familie,
liegen überwiegend in der Beratung, aber auch in Kursen, Projekten und
Seminaren sowie in der Anleitung bei Reparaturen in der Werkstatt. Eine Nachbarschaftarbeit
findet streng definiert nicht statt, wenn auch durch manches Angebot Menschen
aus der Nachbarschaft angesprochen werden. Natürlich richtet sich unsere
erwähnte Beratung ebenso an alle Interessierten im Gemeinwesen.
Einige Angebote, z.B. kultureller Art, finden unter unserem Namen auch an anderen
Orten statt.
| · K I N D E R |
· Eltern-Kind-Gruppen
· "Offene Kinderarbeit" - Treffpunkt
· Kurse und Projekte in geschlossenen Gruppen
· Kindergeburtstage u.ä.
Die Angebote der Kinderarbeit, z.B. Eltern-Kind-Gruppen, "Offene
Kinderarbeit" und unterschiedliche Kurse werden von Eltern und Kindern
hauptsächlich aus dem näheren Umfeld wahrgenommen.
Im Kinderbereich finden jeden Vormittag Eltern-Kind-Gruppen unter Begleitung
einer Mitarbeiterin statt. Hier ist es möglich, sich mit anderen Eltern
auszutauschen, kreativ tätig zu werden oder auch gemeinsam zu singen und
zu spielen. Die Nachfrage regelt hier in besonderem Maße das Angebot,
sodass weitere Gruppen auch selbstorganisiert zusammenkommen können.
Der Selbstverwaltungscharakter wird von uns gefordert und gefördert.
An einigen Tagen findet am Nachmittag die "Offene Kinderarbeit" als Treffpunkt für Kinder mit und ohne Begleitung statt. Auch hier richten sich die Angebote ganz nach den Besuchern und sind in hohem Maße von diesen beeinflussbar.
Je nach bestimmten Interessen der Eltern oder Kinder werden gegebenenfalls
Kurse angeboten, z.B. PEKIP ( Prager Eltern
Kind Programm), Werken, Modellieren, Maskenbau Malen , u.v.a.
Auch externe Mitarbeiter bieten ihre Kurse in unseren Räumen an.
| ·L Ü C K E K I N D E R |
· "Offene Tür"
· Spezielle Projekte
· Exkursionen / Reisen
Für die der Kinderarbeit bereits entwachsenen, der Jugendarbeit noch zu
jung erscheinenden
10-14 jährigen Lückekinder sind wir im Jugendbereich
offen und bieten teilweise spezielle Projekte an, wie z.B. Musik, Aktivitäten
in der Werkstatt oder sportliche Aktivitäten, wie. Fahrradtouren
In den Ferien können kleine Reisen für diese Altersgruppe angeboten
werden.
| M Ä D C H E N |
Spezielle Angebote nur für Mädchen werden besonders in unserem "Mädchentreff
Bella" Ostpreussendam 64 / 12207 Berlin Lichterfelde, aber auch an anderen
Orten angeboten.
Siehe eigene Konzeption des "Mädchentreff Bella".
| J U G E N D L I C H E |
· "Offene Jugendarbeit"
· Jugendprojekte, Gruppen und Seminare
· Partys und Veranstaltungen, Exkursionen und Reisen
· Beratung
Die Jugendarbeit richtet sich im Sinne sozial-integrativer Pädagogik an bürgerliche, sowie sozial schwierige Mädchen und Jungen im Alter von ca. 12 - 21 Jahren. Diese Altersangabe ist nicht dogmatisch zu sehen, da wir uns bemühen auch jüngeren und älteren Jugendlichen Kontaktfläche zu bieten. Viele der ehemaligen Jugendlichen, im Alter teilweise weit über 21 Jahre, fühlen sich auch als inzwischen Erwachsene der HOLZKIRCHE verbunden und sind weiterhin Nutzer des Hauses.
Die "Offene Jugendarbeit" ist in der HOLZKIRCHE
ein unverzichtbarer Bestandteil der Konzeption. Sie ist ein Sammelbecken für
unterschiedliche Jugendliche, und deren Wünschen, Fähigkeiten und
Unvermögen, Forderungen und Verweigerungen an Freizeit und Leben.
Hier finden niedrigschwellige Angebote ohne Teilnahmezwang ihren Platz, die
Schwellenangst für neue Besucher wird deutlich gering gehalten. Beratung
findet hier ohne Sprechstunden statt.
Im Rahmen der im und um das Haus gegebenen Möglichkeiten und Hausregeln
können die Jugendlichen ihre Zeit selbstständig gestalten. Eine pädagogische
Hauptaufgabe liegt darin, vorhandene Zeit mit sozialem Verhalten zu füllen.
In dieser Zeit des "Verlängerten Wohnzimmers" werden unterschiedliche
Angebote gemacht, wie z.B. Spiele, Gespräche, sportliche Aktivitäten,
gesellschaftliches Miteinander ohne Zwang, Hinweise auf verschiedene Projekte
oder Hilfen zur selbstständigen Gestaltung des Lebens und der Behebung
von Problemen. Eine solche Zeit kann den Jugendlichen aber auch lediglich dem
Zweck der Kontaktaufnahme und der Pflege des Dazugehörigkeitsgefühls
dienen, "Sehen und gesehen werden".
In "Volxversammlungen" besteht die Möglichkeit, auf demokratische Weise die Wünsche und Konflikte der Besucher zu besprechen. Die Möglichkeit, neue Regeln einzubringen, soll hier besonders unterstützt werden. Diese Ebene garantiert die Chance, sich durch eigene Verantwortung an der teilweisen Selbstverwaltung zu beteiligen, wobei die oben aufgeführten Grundregeln nicht änderbar sind. Die Versammlungen werden von Jugendlichen geleitet. Die pädagogischen Mitarbeiter können dabei Teilnehmer sein, die steuernd aber nicht leitend mitwirken sollen.
Zu den traditionellen Hauptthemen unserer Jugendarbeit zählen Drogen-
und Gewalterfahrungen.
Beide Themen prägen die Lebenswelt unserer jugendlichen Besucher. Die Erfahrungen
basieren oft auf "Abhängen" und Konsumieren, wobei die Motivation,
die eigenen Lebensumstände zu verändern, erlahmt und sich jede Bewegung
eher in destruktives Handeln verkehrt. Der oft dazugehörende Drogenkonsum,
wenn auch meist weicher Drogen, verselbstständigt sich sehr schnell und
der Kreislauf von Motivationslosigkeit - Drogenkonsum - Ziellosigkeit setzt
sich immer schneller in Bewegung. Kriminelle Handlungen und vor allem Gewalttaten
können somit die Folge eines Gefühls für ein unausgefülltes
Leben sein, immer auf der Suche nach neuen Kicks und Highlights.
Unser erklärtes Ziel ist eine Steuerung des Drogenkonsums, nicht die
reine Verhinderung dessen.
Selbstverständlich dulden wir keine Verstöße gegen geltendes
Recht, nur werden wir Besucher, die bereits irgendwelche Substanzen konsumiert
haben, nicht abweisen.
Drogenkonsum wird im Hause nicht geduldet, außerhalb von geschlossenen
oder privaten Veranstaltungen gilt dies auch für Alkohol.
Wir sind uns bewusst, daß eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
besteht, da gesellschaftlich z.Zt. akzeptierte Rauschmittel wie Koffein, Nikotin,
Teein rechtlich nicht erfasst werden. Wir diskutieren dementsprechend jeglichen
Drogenkonsum und Abhängigkeiten, andernfalls würde eine Auseinandersetzung
mit dem Thema nicht mehr stattfinden und dementsprechend nicht zu einer nachhaltigen
Veränderung bei den Jugendlichen führen können.
Wir orientieren uns an der lebensnahen Situation der Jugendlichen und versuchen
ihre eigene Dynamik für Veränderungen zu nutzen.
Ein Angebot zur kreativen Freizeitgestaltung kann ein Weg für manche Jugendliche
sein, um sich selbst neu zu erfahren und nicht ihrer alten Rolle vom "coolen,
angeturnten Abhängen" auf Dauer ausgeliefert zu sein. Diese Angebote
müssen sich ständig an den Bedürfnissen und Interessen der Jugendlichen
orientieren, müssen daher innovativ sein und helfen, neue Fähigkeiten
zu entwickeln.
Als Beispiel für solche Angebote soll an dieser Stelle der Internettreff
erwähnt werden, wo es Jugendlichen möglich ist kostenneutral im Internet
zu surfen und Probleme um Hardware und Software zu lösen. Eine Heranführung
von Kindern und Jugendlichen, besonders Migrantenkindern unseres Einzugsgebietes
an neue Medien erscheint uns dringend geboten, um die Chance zu nutzen, daß
sich die soziale Schere nicht auch in diesem Bereich fortsetzen kann. Nicht
der Besitz eines Handys oder das Können, Computerspiele zu bedienen, sichert
die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern das Wissen um die Möglichkeiten
und die vielseitige Anwendung der vorhandenen Technologie.
Als zweite Arbeitsform gibt es die "Jugendprojektarbeit".
Projekte bieten eine besondere Möglichkeit, Bestätigung über
kreative Aktivitäten zu erhalten und haben daher bei uns einen hohen Stellenwert.
Daher bemühen wir uns spezielle Angebote zu schaffen, die künstlerisches
Gestalten zum Thema haben. Projekte wie Kunstschweißen, Fotokunst, PC
Kurse, usw. finden je nach Finanzierbarkeit statt.
Auch die Idee eines "Ökologieparks" mit in unserer
Werkstatt gebauten Solaranlagen aus einfachsten Mitteln, Kompostierungsmodellen,
Brauchwasseraufbereitung und dazugehörende Beratung soll erwähnt werden.
Ein umweltbewusstes Handeln wird möglich, wo Maßnahmen der Umweltpädagogik
helfen die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu verstehen
Veranstaltungen, nicht nur in der HOLZKIRCHE, Feste, Partys, Jugendreisen und Exkursionen, wie Kanu- und Radtouren ins Umland sind ein ergänzender Bestandteil unserer Jugendarbeit. Bei den Reisen und Touren steht der abenteuer- und erlebnispädagogische Ansatz im Vordergrund.
"Aufsuchende Jugendsozialarbeit" diente uns die Jugendlichen zu erreichen, die durch Regelverstösse in den verschiedenen Einrichtung Schwierigkeiten haben, und die Strasse als "Spielfeld" vorziehen.. Durch knappe Personalressourcen ist diese wichtige Ergänzung zu der ortsgebundenen Arbeit nicht mehr leistbar.
6. Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
· Öffentliche Veranstaltungen / Diskussionsrunden
· Seminare
· Werbung, Flyer, Aushänge..., Internet und andere Medien
Es ist notwendig die Tätigkeit des Hauses, sowie des Vereins immer transparent
darzustellen.
Eine geeignete Öffentlichkeitsarbeit muss sich daher mit dem Image der
HOLZKIRCHE beschäftigen und dieses jederzeit überprüfen
können.
Artikel in Kleinanzeigern, Kirchenblättern, aber auch Flyer, Werbeplakate,
etc., sind Stichworte dazu.
Eine eigene website unter www.holzkirche-online.de zeigt all
unsere Aktivitäten.
Der Bereich wird ausgebaut. Die Arbeitsgruppe zu diesem Thema ist offen für
alle Interessierten..
Die Arbeit des Vereins wird durch Projektberichte, eigene Dokumentationen,
Photo- und Videomaterial stetig festgehalten.
In regelmäßigen Teamsitzungen wird über die einzelnen Arbeitsfelder
berichtet und werden Auswertungen vorgenommen.
7. Finanzierung
Zur Finanzierung der anstehenden Personal-, Sach- und Betriebskostenkosten
dienen z.Zt. Mitgliederbeiträge, Rücklagen, Spenden und Einnahmen.
und Kooperations-, Leistungsverträge.
Da der HOLZKIRCHE e.V. über keine geregelte Finanzierung,
Subventionierungen oder regelmäßig hohe Einnahmequellen verfügt,
ist der Spielraum, mittelfristig planbare Kalkulationen zu erstellen, sehr eingeschränkt.
Unser Konzept und eine zukünftige Erweiterung unserer Angebote ist immer
sehr deutlich abhängig von der Erfüllung der geplanten Mischfinanzierung
aus :
A) Mitgliedsbeiträgen
Der Mitgliedsbeitrag für juristische Personen beträgt 60.- €
/Jahr
Der Mitgliedsbeitrag für natürliche Personen beträgt 30.- €
/Jahr
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger,
Arbeitslosenhilfeempfänger zahlen die Hälfte.
B) Einnahmen / Spenden / Sponsoring
Viele Überlegungen zur Optimierung der Einnahmesituation wären durchaus erwähnenswert, doch kann eine abschließende Auflistung an dieser Stelle nicht beabsichtigt sein.
Eine der bereits genutzten Möglichkeiten zur Erwirtschaftung von Geldern
ist z.B. unser Raumnutzungskonzept :
· Kinderbereich für Kindergeburtstage
· Jugendbereich für geschlossene
kleine Feiern
· Saal und Foyer für öffentliche
Veranstaltungen, sowie private geschlossene Nutzung
Saal, Foyer und Jugendbereich für große Partys und Auftritte.
Der Unser Saal wird auch als Seminarstätte, für
Ausstellungen und Auftritte genutzt.
· Bandraum für diverse Bands
Eine Vergabe richtet sich hauptsächlich nach Kriterien, wie Anbindung an
das Haus und die Arbeit, soziale Ausgewogenheit bei der Vergabe, Bevorzugung
des Einzugsgebietes.
Vereinsmitglieder haben in allen Fällen das Vorzugsrecht und erhalten Sonderkonditionen.
Auch die Veranstaltung "Der Bücherbasar" sichert
uns regelmäßige Einnahmen. Dieser findet alle zwei Monate immer in
der Petrus-Kirche am Oberhofer Platz statt. Hier werden ausschließlich
an uns gespendete Bücher, Zeitschriften, LPs und CDs
verkauft.
Der Gewinn fließt direkt in die Arbeit des HOLZKIRCHE e.V.
und dient ausschließlich der Kinder- und Jugendarbeit. Bücher werden
jederzeit angenommen!
Durch unsere erweiterte Werkstatt ist es möglich, Service- und Dienstleistungen und auch Dritten gegen Spende anzubieten. Reparaturen an Fahrrad, Tisch und Stuhl, aber auch Schweißen und kleinere Dienstleistungen zu Hause sind denkbar. Auch eigene Reparaturen sind unter Anleitung möglich.
Der Computerbereich wird dazu genutzt Kurse für Einsteiger zu bieten und auch Reparaturen vornehmen zu können.
Soziales Engagement kann und darf nicht allein in Kosten-Nutzen-Rechnungen durchdacht
werden, doch sollten zukünftig Begriffe wie Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung
mehr einfließen und sich nicht gegenseitig ausschließen.
C) Förder- und Projektmittel, Zuwendungen, Leistungsverträge
Durch Anträge bei Stiftungen, der Teilnahme an Wettbewerben und
Projekten, sowie Finanzierungen für klar umrissene Aufgaben könnte
es möglich sein die Arbeit flexibel den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
anzupassen.
Mit Sicherheit ist der Bereich Sponsoring ein weites Feld von
durchaus neuen Chancen für die soziale Arbeit, doch ist es u.E. zuerst
immer notwendig, die eigenen Kräfte zu erkennen und die vorhandenen Ressourcen
zu nutzen. Unsere erklärte Vorgehensweise ist es deshalb, Projektmittel,
Fördergelder und Sponsoringgelder, erst als Additiv einzukalkulieren. Selbstverständlich
ist die Nachfrage und die Erschließung neuer Finanzierungsquellen gerade
dieser Art eine der wichtigsten Maßnahmen zur längerfristigen Etablierung
unseres Konzeptes in diesem Segment des sozialen Marktes.
8. Ausblick
Die größte Möglichkeit unsere finanziellen Spielräume
zu erweitern liegt in der Akzeptanz und dem Bekanntheitsgrad unserer Einrichtungen
und den damit verbundenen Angeboten.
So lassen sich unsere Projekte durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoring, Zuwendungen
und Spenden, Einnahmen und Fördergelder finanzieren und damit möglichst
vielen Besuchern offen halten.
Mit der von uns angebotenen "Offenen Kinder- und Jugendarbeit" lässt
sich natürlicherweise kein finanzieller Gewinn erwirtschaften. Andere Angebote
müssen diese gegenfinanzieren bzw. subventionieren.
Dabei sind und bleiben Sachspenden, Geldspenden und ehrenamtliche Mitarbeit
die wichtigsten Stützen für alle unsere Aktivitäten.
Daher m&uue zu werben und Mitmenschen zu interessieren.
Wer daran mitarbeiten möchte ist gern gesehen.
WERDEN AUCH SIE MITGLIED !
|
Stand 04 / 2004